VorwortIm Jahr 1984 habe ich mich in ein besonders anspruchsvolles Modellbaugebiet vernarrt: die Herstellung von Automodellen der Firma POCHER ( Rivarossi Italien ) im Maßstab 1:8. Leider sind die Beschaffungskosten mit ca. 600.- bis 1000.-DM für jeden Bausatz - sowie die optionalen Nebenkosten - deutlich mehr, als meine Porto- und Kaffeekasse hergibt. Deshalb trägt sich diese Liebhaberei nur, wenn man sich hin und wieder von einem fertigen Modell trennt. Sollte dabei ein kleines Handgeld für die Finanzierung des nächsten Bausatzes abfallen, dann fällt einem auch der Abschiede von diesem Modell nicht ganz so schwer... Der große Run der Tüftler, Schrauber und Sammler ist seit einigen Jahren leider stark zurückgegangen. Das liegt zum Teil sicher auch an der Übersättigung der Abnehmer, da sich im Bereich der Modellpflege und Sortimentserweiterung nicht viel getan hat, ausgenommen der Prestigeserie. Aber ebenso wichtig ist, dass man a.) in der heutigen Zeit nicht unbedingt eine solche Geldsumme ausgeben möchte und kann, und b.), dass viele Leute sich nicht mehr soviel Zeit für den Bau eines einzigen Modells nehmen wollen. Anfang der 90er Jahre wechselte der Importeur; die Firma Faller zog sich zurück und übergab das Geschäft der Firma Lemke in Haan. Von dort werden seitdem die Pocher-Modellbauer mit Bausätzen und Ersatzteilen versorgt. Die Firma Pocher hat den Klassikern Mitte der 80er Jahre den Volvo F12 ( K/79 ) zur Seite gestellt. 1989 folgten die Modelle K/51 ( Ferrari Testarossa ) und K/52 ( Testarossa Spider ). Somit konnten die Modellbauer aus drei Modellklassen wählen:
Nur wenige Freaks......wagen sich an den Bau eines echten Pocher-Klassik. Sollte sich ein "Neuling" durch meinen kleinen Beitrag dazu animiert fühlen, sich einen echten Pocher zuzulegen, kann ich eventuell bei der Beschaffung des Bausatzes und mit kleinen Tipps und Tricks helfen. Sicher, es liegen in hunderten von Kellern noch angefangene Bausätze herum, deren Besitzer an irgendeinem Punkt der Montage verzweifelt das Handtuch ( den Schraubendreher ) geworfen haben. Man sollte ein Bauvorhaben dieser Art auch nicht unterschätzen! Geduld, Fingerspitzengefühl, etwas Know-How, einen ruhigen Arbeitplatz ( an dem man auch einmal etwas liegen lassen kann ), Verbindungen zu Leder- und Furnierlieferanten und viel Zeit sind Vorraussetzung für ein solches Projekt. Sollte ein Modellbauer im Keller noch angefangene und/oder verschrottete Pochermodelle ( egal welcher Serie ) haben, käme ich u. U. als Abnehmer in Frage... Damit nun ein potentieller "Neuling" einen kleinen Vorgeschmack dessen erhält was ihn beim Bau eines Klassikers erwarten kann, öffne ich gerne meine Modellwerkstatt und lasse mir ein wenig über die Schulter sehen:
Meine Modelleweichen von den Bausatzvorgaben etwas ab:
Gerade bei den Klassikern kann jeder Modellbauer seiner Kreativität freien Lauf lassen. Mit etwas Recherche findet man sogar jemanden, der diese Fahrzeuge noch als Original auf den Strassen gesehen hat und gerne Auskunft gibt. Viel Hilfe erhielt ich auch bei der Mercedes-Niederlassung Bremen, sowie dem Mercedesmuseum. Seit damals sind bei mir mehr als 30 Modelle über den Werktisch gerollt ( davon zahlreiche Mercedes ). Ich besitze nur noch ein einziges gebautes Modell, einen roten FIAT HP2 von 1904 ( K/88 ) und einen Bausatz Rolls-Royce K/72. Vielleicht findet sich auf diesem Wege auch für diese Fahrzeuge ein Liebhaber.
Wie ich Pochermodelle baue...Mit viel Geduld und etwas Fingerspitzengefühl kann man in ca. 200 - 300 Arbeitsstunden aus bis zu 2500 Einzelteilen ein museumsreifes Ausstellungsstück anfertigen. Bei kleineren Problemen darf man sich nicht entmutigen lassen; lieber die Arbeit ein paar Tage ruhen lassen und dann mit neuem Mut erneut das Problem angehen. Nach dem Motto Jedes Teil ein kleines Kunstwerk kann man so ein schönes Stück für die Vitrine zusammenbauen. Ich habe während des Baus einiger meiner Modelle mehrere Fotos angefertigt. Wenn auch diese Bildreihen nicht vollständig sind, kann man ihnen doch den einen oder anderen Tipp entnehmen:
ServiceAls ich ständig Ersatzteile für Reparaturen benötigte und mich etwas intensiver mit den Plänen beschäftigte, entstanden für die Mercedesreihe Komplettlisten aller Bauteile. Diese Listen sind im Format EXCEL 5.0 erstellt. Wichtig für den echten Pocheraner finde ich auch die Sammlung der Baupläne und Kataloge. Und was wäre der Modellbau ohne Kontakte?? Einige Links habe ich schon ...
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